Donnerstag, 22. Oktober 2009

Recht auf schlechte Laune; 13/03/2009




In der Ubahn sitzend. Mal wieder. Wie immer. Überhaupt der gelbeste Ort zum sinieren, Menschenkunde zu betreiben, sich in Menschenliebe zu üben.

Jede Bahn hat ihren eigenen Gestank könnte man sagen, wohlwollend ausgedrückt: ihren eigenen Duft.

Und ja, ich mag sie die Masse, zu der ich, ohne Fragen und Zweifel, gehören darf, jeden Morgen und jedes Mal, wenn ich U-bahn fahre.

Dort bekommt man so tolle Dinge zu lesen:

"Jeder Mensch hat ein Recht auf schlechte Laune.Man sollte das in die Verfassung aufnehmen" angeblich von einem gewissen Georges Simenon.

Schade, dachte ich. Schade eigentlich. So einen würde ich gerne mal treffen. Morgens in der U- Bahn. Dann könnte ich mich ein wenig mit ihm unterhalten,wenn er nicht gerade sein Recht auf schlechte Laune wahrnimmt, und ihn fragen, wie er das eigentlich so meint, mit dem Recht auf schlechte Laune. Ein Protest in Richtung Spaßgesellschaft? Oder ein Apell für schlechte Laune als neues Lebenseinstellung und Menschenrecht??

Ja wirklich schade.

Vielleicht könnte er mir helfen der Georges. Ich weiß nämlich nicht, wie viel schlechte Laune noch legal ist und wann da der Spaß aufhört. Denn immerhin strahlt schlechte Laune aus, ist dazu noch ansteckend, umweltverschmutzend. Sicher hat er Recht, ich mag auch nicht lachen müssen, wenn mir nach weinen ist. Aber andereseits scheint schlechte Laune eher ein Massenphänomen geworden zu sein. Lächeln oder Lachen tun doch nur die in Gruppen, sehr zum Ärgernis derjenigen, die alleine sitzen oder stehen, die vorwurfsvoll gucken, als würden die Gruppen nur lachen, um den anderen ihr allein sein unter die Nase zu reiben.

Ach ich liebe es (meist) wirklich U Bahn zu fahren und es ermuntert mich täglich aktiv zu werden, für das Recht auf gute Laune. Für die wirklich gute Laune, die das Wort Spaßgesellschaft überhaupt noch nie gehört hat.

Jeden Tag ein Lächeln! Dafür liebe ich die U Bahn!

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